Ist das Verhältnis zwischen geschätztem Auftragswert und Schwellenwert für die Bestimmung der Fristen zwischen Bekanntmachung und Ausschreibungstermin von Bedeutung?
- Entscheidungsnummer:
- 2009/UH.I-614
- Entscheidungsdatum:
- 30. März 2023
Es wurde festgestellt, dass der öffentliche Auftraggeber in seinem an das Gouverneursamt gerichteten Schreiben vom 22.10.2008 mit der Nummer 3990 darauf hinwies, dass die Ausschreibungsbekanntmachung gemäß 13’üncü m. des Gesetzes mindestens 21 Tage zuvor einmal in einer der örtlichen Zeitungen veröffentlicht werden müsse. Daraufhin wurde die betreffende Bekanntmachung am 24.10.2008 in der Zeitung D… Postası und am selben Tag im Bulletin für öffentliche Auftragsvergabe veröffentlicht.
Zusammenfassung der Entscheidung
Es wurde festgestellt, dass der öffentliche Auftraggeber in seinem an das Gouverneursamt gerichteten Schreiben vom 22.10.2008 mit der Nummer 3990 darauf hinwies, dass die Ausschreibungsbekanntmachung gemäß 13’üncü m. des Gesetzes mindestens 21 Tage zuvor einmal in einer der örtlichen Zeitungen veröffentlicht werden müsse. Daraufhin wurde die betreffende Bekanntmachung am 24.10.2008 in der Zeitung D… Postası und am selben Tag im Bulletin für öffentliche Auftragsvergabe veröffentlicht. In diesem Zusammenhang wurde festgestellt, dass das untersuchte Vergabeverfahren am 18.11.2008 im offenen Verfahren durchgeführt wurde, der durchführende öffentliche Auftraggeber zu den Verwaltungen mit angegliedertem Haushalt (gemäß Gesetz Nr. 5018 mit Sonderhaushalt) gehörte und der geschätzte Auftragswert über dem Schwellenwert lag. Unter Berücksichtigung dieser Umstände hätte die Bekanntmachung mindestens 40 Tage vor dem Ausschreibungstermin veröffentlicht werden müssen; der öffentliche Auftraggeber hielt diese Regel jedoch nicht ein und veröffentlichte die Bekanntmachung 25 Tage vor dem Ausschreibungstermin. Da somit festgestellt wurde, dass der genannte, auch nicht berichtigungsfähige Verstoß gegen die Rechtsvorschriften gemäß 26’ncı m. des Gesetzes zur Ungültigkeit der Ausschreibungsbekanntmachung führt, wurde der Schluss gezogen, dass die Aufhebung des Vergabeverfahrens und der Vergabehandlungen beschlossen werden musste. (Entscheidung der KİK vom 09.02.2009 mit der Nummer 2009/UH.I-614)